Der minimalistische Garten

In unserem letzten Blogbeitrag sind wir bereits auf das Thema der Gartenstilfindung eingegangen und haben euch Tipps gegeben, wie ihr euren Gartenstil finden könnt. Im heutigen Beitrag und in den nachfolgenden werden wir euch einige Gartenstile näher vorstellen. Wir zeigen euch wodurch die jeweiligen Stile definiert werden, was charakteristisch für sie ist und welche Stilelemente angewendet werden.  Viel Spaß damit!

Was bedeutet minimalistisch?

Minimalismus ist mittlerweile zu einem Lebensstil geworden und hat auch vor der Gartengestaltung nicht Halt gemacht. Der minimalistische Gartenstil wurde beeinflusst durch den Modernismus, die Bauhaus- Ära und der Ästhetik der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts sowie der Ästhetik von Zen-Gärten. Die Reduktion auf das Wesentliche, klare Formen und einfache Schnitte stehen im Vordergrund.

Wo liegt der Unterschied zwischen einem modernen und einem minimalistischen Garten?

Ein minimalistischer Garten ist keine wüste Leere. Er wird definiert durch eine klare Formensprache und die Reduzierung auf das Wesentliche. Hier gilt „weniger ist mehr“ was sich auf die Auswahl von Pflanzen, Materialien und Ausstattungselemente auswirkt. Ganz klar unterscheiden muss man den modernen von einem minimalistischen Garten. Bei einem modernen Garten wird angestrebt, den bewohnbaren Raum möglichst stark zu erweitern. Beim minimalistischen Garten wird die zurückhaltende und nüchterne Erscheinung das Grundprinzip und ist wichtigster Ansatz. Die Besonderheiten der umgebenden Landschaft soll dabei ebenfalls aufgegriffen und in Szene gesetzt werden.

Charakteristik des Gartenstils

Ein minimalistischer Garten weist keine Achse und auch keinen symmetrischen Aufbau auf. Charakteristisch sind geometrische und vor allem klare Formen ohne Schnörkel. Der minimalistische Garten steht immer in Beziehung zu der ihn umgebenden Landschaft und reagiert auf diese, indem regionale Materialien oder Pflanzen verwendet werden. Er lebt außerdem von Kontrasten zwischen harten rechten Winkeln (Gebäude, Terrasse etc.) und natürlichen Elementen wie Gehölze, Pflanzen oder einem Felsen. Also dem Kontrast zwischen “künstlich” und von der “Natur geschaffen”.

Pflanzen im minimalistischen Garten

Beim minimalistischen Garten kann auch ganz auf Pflanzen verzichtet werden. Sie sind kein Muss, da vor allem Oberflächen und Strukturen im Mittelpunkt stehen und den Schwerpunkt bilden. Die Bepflanzung steht somit nicht im Vordergrund, sondern ist nur ein Element, dass zur Akzentsetzung verwendet werden kann. Dafür sind grundsätzlich ausgesuchte Einzelpflanzen mit architektonischem Wuchs oder auffälliger Färbung geeignet. Weil meist nur wenige Pflanzen gezielt eingesetzt werden, ist die Auswahl umso wichtiger. Besondere Blattfarben, geschnittene Formgehölze oder ein ausgefallener Wuchs sind hier gefragt. Bei flächigen Pflanzungen steht nicht die Einzelpflanze im Mittelpunkt, sondern der Kontrast zwischen Struktur und Textur. Es werden zurückhaltende Farben verwendet und wenige Arten kombiniert.

Damit ein minimalistischer Garten nicht leer wirkt und die Gestaltung nicht beliebig und austauschbar erscheint, ist die Verwendung von hochwertigen Materialien sowie eine qualitative Verarbeitung und Pflege von Bedeutung. Das Setzen deutlicher Akzente und das Schaffen einer persönlichen Verbindung zum Gartenbesitzer, der Geschichte des Geländes oder der Region sind außerdem unerlässlich.

Welche Stilmittel werden angewendet?

  • Reduktion auf das Wesentliche:
    Wenige Gestaltungselemente und ein Gefühl für Raum und Proportionen
  • Reduzierte Material- und Pflanzenauswahl
  • Wenige, aber ausgesuchte Ausstattungselemente:
    bspw. Findlinge, moderne Skulptur, Wasserbecken aus Beton, Corten- oder Edelstahl o.ä.
  • Kontrast zwischen von Menschenhand geschaffenem und natürlichen Formen

 

  • Farben:
    Die angewendete Farbpalette ist zurückhaltend und monochrom
  • Materialien:
    Materialauswahl/-kombination sehr reduziert und auf das wesentliche konzentriert;
    hochwertige und moderne Materialien: Beton, Edelstahl, Glas, Holz, Naturstein, Cortenstahl
  • Beispiele für wichtige Pflanzen im modernen Garten:
    • Als Solitär: speziell geschnittene Formgehölze, Pflanzen mit besonderen Blattfarben und spannenden Herbstfärbungen oder/und besondere Wuchsformen
    • Flächenpflanzung: Zurückhaltende Farben, Kombination von max. 2 bis 3 verschiedenen Arten, Kontrast zwischen Struktur und Textur steht im Mittelpunkt

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