Steinwüste oder Echter Kiesgarten? So planst DU deinen perfekten Kiesgarten:

Kiesbeete haben in den letzten Jahren stark an Beliebtheit zugenommen. In vielen Neubaugebieten sieht man Vorgärten die als Steinwüsten gestaltet wurden meist in der vermeintlichen Hoffnung, dass diese Lösung besonders pflegeleicht ist. Dabei wissen viele nicht, dass es einen Unterscheid gibt zwischen tristen Kiesbeeten mit einzelnen Formgehölzen und einem echten Kiesgarten mit durchdachtem Pflanzkonzept. Was einen echten Kiesgarten ausmacht und wie ihr ihn anlegen könnt zeigen wir euch in diesem Blog.

 

Was macht einen echten Kiesgarten aus?

Die Idee des Kiesgartens wurde in England aus der Not heraus geboren und erstmals von der Gärtnerin Beth Chatto realisiert. In Essex, eine der regenärmsten Gegenden Englands legte sie auf einem stark verdichteten, mageren und trockenen Boden ihren berühmten Kiesgarten an. Aber wodurch wird nun ein echter Kiesgarten definiert? Und vor allem, was ist er nicht?

Grundvoraussetzungen für einen Kiesgarten ist ein Standort in voller Sonne mit sandigem, von Geröll durchsetzten Boden und Trockenheit. Auf trockenen, kargen Boden wachsen sonnenliebende, hitze- und trockenheitsverträgliche Pflanzen, die kaum Nährstoffe brauchen. Das bedeutet aber nicht, dass ein Kiesgarten eintönig, fad und farblos ist. Im Gegenteil. Abwechslungsreiche Beete mit Präriestauden, Steingartenstauden, Blütenstauden und Gräsern schaffen das unverwechselbare Bild des Kiesgartens. Die Pflanzung wird durch das Spiel mit verschiedenen Höhen und Strukturen geprägt. Auch Lücken sind erlaubt und schaffen Spannung. Ein echter Kiesgarten wirkt locker und wie zufällig angelegt. Er ist also meist nicht das was man in Vorgärten von Neubaugebieten antrifft: kahle und karge Beete die mit Steinen zugeschüttet und spärliche bepflanzt sind.

Bei einem echten Kiesgarten wird Kies außerdem nicht nur als Mulchschicht an der Oberfläche verwendet, sondern steiniges Material wird auch dem Untergrund beigemischt, um ideale Bedingungen für die Pflanzen zu schaffen.

Wie lege ich einen echten Kiesgarten an?

Der Mutterboden wird auf der dafür vorgesehenen Fläche bis auf eine Tiefe von 25 bis 30 cm entfernt und dann zu gleichen Teilen mit grobem Schotter in der Körnung 16/32 vermischt. Alternativ kann man auch einen Mix aus 2/3 Schotter (2-16 mm) und 1/3 Sand als Substrat herstellen. Grundsätzlich sollte die Erde zu 50-90 % aus mineralischem Material bestehen.

Das Gemisch wird anschließen in einer Stärke von bis zu 25cm wieder auf der Fläche verteilt und mit einem robusten, UV-stabilen, wasserdurchlässigen Geo-Vlies abgedeckt. Dieses Geo-Vlies hemmt das Unkrautwachstum und verhindert, dass es sich im Kiesgarten ausbreitet. An den jeweiligen Pflanzstellen wird das Vlies kreuzförmig eingeschnitten und die Pflanze eingebracht. Am Ende wird die Fläche mit der dekorative Mulchschicht aus Kies oder Splitt aufgefüllt. Diese Mulchschicht gleicht Temperaturschwankungen aus und verringert Verdunstung. Den Gestaltungs- und Farbmöglichkeiten sind dabei kaum Grenzen gesetzt.

Besonders wichtig sind saubere und klare Abgrenzung der Kiesflächen zu anderen Flächen, damit sich eventuell unterschiedliche Körnungen nicht vermischen oder aber der Kies sich nicht im Rasen verteilt.  Einfassungen können entweder mit Betonsteinen oder auch mit Metallschienen erstellt werden und sollten klar und sauber ausgebildet werden.

 

Wie pflegeintensiv ist ein echter Kiesgarten wirklich?

Wenn der Boden optimal vorbereitet wurde und die Pflanzenauswahl stimmt ist der Kiesgarten pflegeleicht. Insbesondere der Einbau des Geo-Vlieses hat direkten Einfluss auf die Ausbreitung von Unkraut und kann dadurch stark reduziert werden. Ganz ohne Pflege kommt aber auch der Kiesgarten nicht aus.

Die meiste Arbeit besteht daraus, die Kiesfläche sauber zu halten. Laub und andere Pflanzenreste sollten regelmäßig entfernt werden. Je nach Körnung des Kieses kann das mit einem Rechen oder von Hand passieren. Abhängig von der Jahreszeit variiert der Aufwand. Das Sauberhalten ist wichtig, um der Bildung von Humus vorzubeugen. Er stellt ein idealer Nährboden für fliegende Unkrautsamen dar. Die beste Vorbeugung gegen vermooste Steine ist eine sonnige Lage, trotzdem kann es nach einigen Jahren nötig werden den Kies auszutauschen. Auch können sich mit der Zeit, trotz Geo-Vlies, Unkräuter und andere Pflanzen ansiedeln.

 

Welche Pflanzen kann ich verwenden?

Bei der Pflanzung ist zu beachten, dass eher sparsam bepflanzt wird. Größere Sträucher bilden den Hintergrund, Lücken sind erlaubt und die Pflanzung wird locker gehalten. Entscheidend ist die Harmonie zwischen freien Flächen und grünen oder blühenden Erhebungen. Der Fokus der Pflanzung liegt dabei auf Dezentralisierung und Asymmetrie.

Wir geben euch ein paar Beispiele für geeignete Pflanzen in unserer Tabelle die ihr euch Steingarten herunterladen könnt. Je nach gewünschter Stilrichtung kann die Pflanzung mediterran gestaltet werden oder einer Prärielandschaft entsprechen. Besonders für Schmetterlinge, Insekten und Bienen bietet die Bepflanzung echter Kiesgärten ein reichhaltiges Nahrungs-Buffett.

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