5 Tipps zur Gestaltung eines kleinen Gartens

Kleine Gärten stellen den Gestalter vor besondere Herausforderungen, bieten aber auch besondere Qualitäten. Häufig schreckt man vor der Auseinandersetzung mit kleinen Gärten eher zurück und es mangelt an Mut. Doch genau den braucht man für die Gestaltung eines kleinen Gartens besonders. Denn auch eine kleine Gartenperle kann zur großen Wohlfühloase werden und bietet unzählige Möglichkeiten. Dabei ist es besonders wichtig aus dem vorhandenen Platz, den größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Am besten schafft man das, indem man bewusst Räume definiert und die Blicke lenkt. Wie ihr das erreichen könnt, erklären wir euch in diesem Blogbeitrag.

 

Tip 1 – Vorplanung und Funktionsplan

Wie bei jeder Gartenplanung legt eine gute Vorplanung die Basis für das Ergebnis. Deshalb ist es auch bei kleinen Gärten besonders wichtig sich im Vorhinein einige Gedanken zu machen und ein paar wichtige Fragen zu beantworten.

  • Welche Funktionen möchte ich in meinem Garten? Wie möchte ich den Garten nutzen?
    (bspw. Aufenthalt, Grillen/ Kochen, Spiel, Sport, Wellness, Gärtnern)
  • Welcher Ort innerhalb des Gartens ist für die jeweilige Funktion der richtige?
    (kurze Wege, Synergien nutzen, Störungen vermeiden)
  • Was wünsche ich mir in meinem Garten?
    (Ausstattungselemente, Dekoration)
  • Wieviel Zeit habe ich, meinen Garten zu pflegen?

Wenn ihr euch überlegt habt welche Funktionen/Nutzungen ihr in eurem kleinen Paradies haben wollt, dann teilt euren Garten in Zonen ein und verortet die jeweiligen Nutzungen. Detailliertere Infos wie ihr dabei vorgehen könnt findet ihr auch in unserem Blogbeitrag „Wie ihr euch in 4 Schritten einen Grundlagenplan zur Gestaltung eures Gartens erarbeiten könnt“.

 

Tip 2 – Stil festlegen

Eine weitere essentielle Frage ist die des gewünschten Gartenstils. Soll der Garten rustikal, modern oder im Landhausstil erstrahlen? Vor allem bei kleinen Gärten ist es wichtig sich für eine Stilrichtung zu entscheiden und diese konsequent umzusetzen. Von den Ausstattungselementen über die Bepflanzung bis hin zu den Materialien sollte alles aus einem Guss bestehen, um Unruhe zu vermeiden.

Ihr wisst nicht welcher Stil zu euch passt oder welcher Stil eurem Geschmack entspricht? Dann schaut euch unser GARDENEO-Mini-Tool an. Hier findet ihr den Stil, der euch entspricht.

 

Tip 3 – Räume schaffen, Tiefe generieren

Vor allem in kleinen Gärten ist es wichtig die Blicke zu lenken und Räume zu schaffen. Durch optische Fluchtpunkte schafft man Sichtachsen, die den Garten optisch vergrößern können. Wie ihr das am besten macht, zeigen wir euch kurz anhand einiger Beispiele:

Ein breiter, kurzer Garten

Um über die geringe Tiefe des Gartens hinwegzutäuschen, ist es wichtig den Blick nach links und rechts zu lenken. Das schafft man indem man die Seiten schwungvoll in Szene setzt und beispielsweise mit einer Bepflanzung oder einer Sitzecke betont. Dadurch wird der Fokus auf die Seiten gelegt und gleichzeitig von der naheliegenden Gartengrenze abgelenkt. Ergänzt wird dieser Effekt durch eine Grenzbepflanzung an der Stirnseite. Auch vorhandene Grenzelemente wie Zäune oder Sichtschutz können durch Bepflanzung kaschiert werden und lassen so die Frage offen ob hinter der wilden Hecke der Garten noch weitergeht. Während ein Zaun klar signalisiert das hier das Ende erreicht ist. Die Flucht eines Gartens lässt sich auch dadurch verlängern, indem die Bepflanzung nach hinten enger wird.

Zusammenfassung:

  • Blicke nach links und rechts lenken
  • Grenzbepflanzung an der Stirnseite
  • Sichtbare Grenzelemente durch Bepflanzung kaschieren
  • Bepflanzung nach hinten verjüngen

Ein langer Garten

Bei einem langen Garten liegt die Herausforderung darin die „Schlauchwirkung“ zu unterbrechen. Das schafft man am besten in dem man die durchgehende Sichtachse unterbricht und dem Garten so die Länge nimmt. Beispielsweise durch Pflanzbeete, Sitzecken oder sonstige Elemente, die sich in den Raum hineinziehen. Diese Unterbrechung bewirkt, dass man am Anfang des Gartens nicht sieht was an dessen Ende liegt, wodurch Weite und Spannung erzeugt wird. Kürzer wirkt der lange Garten auch dann, wenn die hinteren Räume breiter gestaltet werden.

Zusammenfassung:

  • „Schlauchwirkung“ durchbrechen
  • Gartenelemente in den Raum hineinziehen, Raum/Sichtachse unterbrechen
  • Hintere Räume breiter gestalten

 

Ein quadratischer Garten

Quadratische Gärten werden optisch über die Diagonale vergrößert. Hier werden Räume links und rechts der diagonale angeordnet, während sie selbst freigehalten wird. Dadurch entstehen unterschiedliche Räume denen verschiedene Nutzungen zugeordnet werden können. Die Flächen sollten dabei nach hinten kleiner werden, dass verlängert den Garten automatisch.

Zusammenfassung:

  • Räume links und rechts der Diagonalen anordnen
  • Diagonale selbst freihalten
  • Hintere Räume kleiner gestalten

Weitere Tricks

Durch das Schaffen verschiedener Ebenen im Garten werden Flächen und optische Tiefe generiert. Erreicht wird dies beispielsweise durch das Absenken eines Areals, dem Einbau von Stufen oder einem Hochbeet. Auch die Anlage getrennter Gartenräume verschleiert die wahre Größe des Gartens. Geeignete Raumteiler sind hohe Schnitthecken und vor allem platzsparende Rankwände mit üppigen Kletterpflanzen wie Clematis oder Wildem Wein.

Bei Sichtschutz sollten Sie nicht zu hohen, dunklen Mauern greifen, sondern versuchen natürliche Sichtgrenzen durch rankende oder blühende Klettergewächse aufzubauen. Besonders geeignet für kleine Gärten, ist das sogenannte Spalierobst. Das sind säulenartig gezüchtete Obstbäume oder -sträucher, die durch ihren schmalen und hohen Wuchs überzeugen. Zudem liefern sie leckere Früchte.

Letztendlich gilt es den Entdeckungsdrang zu wecken, indem die Durchgänge zwischen den Räumen versetzt angeordnet werden, so dass man von keiner Stelle aus, alle Gartengrenzen erkennen kann.

Durch das gezielte Einsetzen von Rankhilfen, halbhohen Hecken, Gräsern und Sträuchern können Bereiche in den Hintergrund treten, abgeschirmt oder hervorgehoben werden. Der gezielte Einsatz solcher Elemente vermittelt dem Gartenparadies letztendlich seinen Charme.

 

Tip 4 – Die richtige Bepflanzung und Ausstattung

Ein unersetzliches Element in kleinen Gärten ist die richtige Bepflanzung. Sie trägt maßgeblich zur räumlichen Wirkung bei und kann diese massiv beeinflussen. Insgesamt sollte ein kleiner Garten nicht zu eng bepflanzt werden, dafür aber Ton in Ton. Dadurch wird eine ausgewogene und harmonische Stimmung erzeugt. Die Zieraspekte der Pflanzen sollten so gewählt werden, dass über das gesamte Jahr hinweg Blütenpracht, Früchte oder bunt gefärbte Blätter locken. Immergrüne Pflanzen bringen ganzjährig Farbe in den Garten. Die gewählten Pflanzen sollten langsam wachsend sein, damit der wertvolle Platz nicht zugewuchert wird. Wie so häufig gilt auch hier “Weniger ist mehr”. Beschränken Sie sich auf wenige Pflanzen und Materialien. Damit erzeugen Sie ein harmonisches Gesamtbild und der Garten wirkt “wie aus einem Guss”. Auch bei der Gehölzauswahl sollten sie sich auf wenige Arten beschränken und diese wohlüberlegt platzieren. Sonst wirkt der Garten schnell überladen.

Nachfolgend findet ihr einige Pflanzen, die besonders gut in kleine Gärten passen:

  • Zaubernuss
  • Hartriegel, Etagenhartriegel
  • Felsenbirne
  • Apfel, Birne oder Zwetschge
  • Zierapfel
  • Japanischer Ahorn
  • Japanische Gold-Ahorn
  • Bei schattigen Gärten Korkspindel (Pfaffenhütchen)
  • Schönfrucht
  • Filigrane Scheinbuche
  • Gemeiner Goldregen
  • Kugel-Trompetenbaum
  • Gräser
  • Hortensien

Bei Dekorationselementen gilt grundsätzlich: Lieber mit einzelnen Eyecatchern Akzente setzen und den Fokus auf wenige, ausgewählte Stücke legen, anstatt viele kleine Elemente einzubringen. Auch große Objekte sind erlaubt und erwünscht. Diese können wesentlich aufgeräumter und ruhiger wirken als viele kleine Dekorationselemente. Ob es sich dabei um einen Feuerkorb, eine Skulptur oder ein besonderes Pflanzgefäß handelt, spielt solange es zum ausgewählten Stil passt keine Rolle.

Tip 5 – Farbwirkung und -verwendung

Auch die Auswahl an Blütenfarben hat Einfluss auf die Wahrnehmung der Gartengröße. Kräftige Rot-, Orange- und Gelbtöne sorgen für Unruhe und lassen das Grundstück kleiner erscheinen. Pflanzen und Dekorationen in diesen Farben sollten nur sparsam eingesetzt werden. Stattdessen sollten kühles Weiß, helles Grün, Fliedertöne und Blautöne verwendet werden. Sie sorgen für die notwendige Tiefenwirkung, schaffen eine freundliche, offene Atmosphäre und weiten den gesamten Raum optisch auf.

Mit kleinen Spots, Lichterketten oder Feuerkörben können einzelne Bereiche hervorgehoben und kleine Oasen der Gemütlichkeit geschaffen werden.

All unsere Blogs kannst du auch auf unserer Übersichtsseite sehen.

2 Idee über “5 Tipps zur Gestaltung eines kleinen Gartens

  1. Manuela Mesén Sancho sagt:

    Was für ein toller Bericht! Ich mache ein Fernstudium in Gartengestaltung und bin auf Eure Homepage gestoßen nachdem ich im Internet gesucht habe wie man einen kleinen Garten größer wirken lassen kann. Eine tolle Homepage habt ihr, tolle Fotos und ganz toll geschriebene text. Sobald ich mehr Zeit habe werde ich mir weitere Blogbeiträge im Archiv von Euch ansehen. Hier werde ich bestimmt fündig und kann mich weiterhin inspirieren lassen für mein Fernstudium. Bestimmt melde ich mich wieder bei Euch! Viele liebe Grüße aus Dachau! Manuela

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